Ausbildung zum Privatpiloten

Mit dem PPL starten Sie im Allgemeinen Ihre fliegerische Karriere. Sie dürfen damit zunächst einfache, einmotorige Flugzeuge unter Sichtflugbedingungen fliegen. Sind die Flugzeuge etwas komplizierter, z.B. weil der Motor mehr als 200 PS hat, ein Einziehfahrwerk, ein Verstellpropeller oder eine Druckkabine vorhanden sind, benötigen Sie eine zusätzliche Einweisung durch einen Fluglehrer. Die Einweisung wird dann z.B. in Form eine High Performance, Complex oder High Altitude Endorsements in Ihr Flugbuch eingetragen.

 

Für mehrmotorige Flugzeuge können Sie ein Multiengine-Rating erwerben, dass einer entsprechenden Ausbildung und Prüfung zusätzlich in Ihre Lizenz eingetragen wird.

 

Für Strahlflugzeuge und Flugzeuge über 5.700 kg max. Abfluggewicht benötigen Sie eine spezielle Musterberechtigung, das Type-Rating. Es gibt aber auch komplexe Flugzeuge unter 5.700 kg, die ein Type-Rating benötigen.

 

Wenn Sie wetterunabhängig unterwegs sein wollen, müssen Sie für Ihren PPL eine Instrumentenflugberechtigung erwerben, die eine recht anspruchsvolle Ausbildung mit theoretischer und praktischer Prüfung beinhaltet.

 

Ferner kann man den PPL um verschiedene Category Ratings erweitern, z.B. für Wasserflugzeuge, Hubschrauber, Segelflugzeuge oder Gyrocopter.

 

Solange Ihnen niemand für das Fliegen Geld gibt, dürfen Sie mit dem PPL in allen 187 Mitgliedsstaaten der ICAO, also fast weltweit fliegen, vorausgesetzt das Flugzeug ist in dem Staat registriert aus dem die Lizenz stammt. Anderenfalls brauchen Sie eine Anerkennung oder Umschreibung Ihrer Lizenz, die beim PPL relativ einfach ist. 

Der Uhrenladen: bereits nach wenigen Flugstunden ein vertrauter Anblick.

Anrechenbarkeit deutscher UL-Stunden

Das Ultraleichtfliegen bommt seit vielen Jahren in Deutschland. UL-Piloten, die ihren fliegrischen Horizont erweitern wollen, erwerben dann gerne den US-PPL. In Deutschland fliegen Sie dann weiter UL und zum Fliegen während eines Auslandsurlaub nutzen sie dann den US-PPL. Der ist lebenslang gültig, kann auch mal ein paar Jahren ruhen und wird vor allen außerhalb Europa leichter anerkannt als ein europäischer PPL.

Leider kursieren jedoch im Internet viele wiedersprüchliche Aussagen über die Anrechenbarkeit von UL-Stunden auf die US-Ausbildung. Daher haben wir hier die rechtlichen Grundlagen zusammengestellt. 

Kosten und Anforderungen

Wenn Sie Angebote verschiedener Flugschulen vergleichen, werden Sie meist nur eine Kostenaufstellung für die gesetzlichen Mindeststunden finden. In der Praxis werden Sie damit nur selten auskommen. Während die theoretische Ausbildung in den USA kürzer und pragmatischer ist als in Deutschland, ist die praktische Ausbildung deutlich umfangreicher. Ein durchschnittlich begabter Flugschüler braucht um die 50 Flugstunden, der eine etwas mehr, der andere etwas weniger.  In der folgenden Tabelle finden Sie eine Gegenüberstellung der gesetzlichen Mindestanforderungen und dem realistisch zu erwartendem Ausbildungsumfang.

Minimaler Ausbildungsumfang

nach Part 141

Minimale

Kosten 

[USD]

Realistischer

Ausbildungsumfang

(Part 61 Ausbildung)

Realistische

Kosten

[USD] 

20 Flugstunden mit Lehrer

2.880 32 Stunden    4.608
15 Flugstunden solo 1.395 16 Stunden   1.488
10 Stunden Briefing/Debriefing 470  10 Stunden Briefing/Debriefing   470
35 Stunden Theorie 1.645 0 Stunden *)   0
Lehrmaterial 150 Lehrmaterial *) 325
Medical 100  Medical   100
Knowledge Exam 165  Knowledge Exam  165
Practical Exam
500  Practical Exam
  500
Visum 170  Visum 170
SEVIS-Fee 200  SEVIS-Fee 200
TSA-Check 130  TSA-Check 130
Summe  7.805  Summe 8.156
 in Euro **) 7.294  Summe in Euro **) 7.622

  *)  bei Vorbereitung mit Homestudykurs vor der USA-Reise

**)  Kurs 1,07

Dauer der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung ist ganz wesentlich von Ihrem persönlichen Engagement, Lebensalter, Talent, fliegerischer Vorbildung (z.B. durch Segelflug, UL, Mitflugerfahrung usw.) abhängig. Der schnellste Schüler, den wir je hatten, war nach 18 Tagen mit der praktischen Ausbildung fertig. Der Langsamste hat rund 150 Stunden und mehrere Monate gebraucht, war allerdings auch schon im fortgeschrittenen Rentenalter.

 

Wer konzentriert arbeitet, die einzelnen Flugstunden immer gut vor- und nachbereitet und Wissenslücken schnell auffüllt, wird normalerweise nach vier Wochen seine Lizenz in Händen halten. Ein Faktor, den Ihr Fluglehrer dabei nur schwer beeinflussen kann, ist der Zeitpunkt des ersten Solofluges. Die Fertigkeiten dafür lassen sich nur bis zu einem bestimmten Punkt schulen, dann müssen solange Starts- und Landungen geübt werden, bis beim Flugschüler der Knoten platzt. Gelingt dies innerhalb der ersten ca. 14 Tage, lässt sich das restliche Ausbildungsprogramm zügig abarbeiten und kann, falls erforderlich, auch etwas beschleunigt werden. Wer jedoch die ersten drei Wochen beim Solo "hängen bleibt", weil der Knoten etwas später platzt, muss kein schlechterer Pilot werden, schafft das restliche Programm aber nicht mehr in der verbleibenden Woche.

 

Von den gesetzichen Anforderungen her gibt es kein Zeitlimit. Flugstunden verfallen niemals. Wer die Theorieprüfung geschrieben hat, muss innerhalb von zwei Jahren die praktische Prüfung ablegen. Anderenfalls muss der Theorietest wiederholt werden. Die Ausbildung kann daher auch auf beliebig viele, kürzere Aufenthalte verteilt werden.

 

Natürlich können Sie auch länger vor Ort bleiben. Wir haben z.B. auch häufig angehende Studenten der Luft-und Raumfahrt zu Gast, die die Zeit zwischen Abitur und Studiumsbeginn für den Erwerb des PPL mit einem 2-3 Monate dauernden Aufenthalt verbinden, um gleichzeitig ihr Englisch zu perfektionieren.

Anmeldung und Vorbereitung

Theorieunterricht

Frontalunterricht im Klassenraum wird in den USA heute nur noch selten gemacht. Die meisten Flugschüler beginnen zwei bis drei Monate vor ihrer USA-Reise mit einem Homestudylehrgang. Der Lehrgang spart die Theoriekosten vor Ort weitgehend ein und die Flugstunden können effizienter gestaltet werden, da weniger Grundlagen im Flugzeug erklärt werden müssen. Die Theorievorbereitung zu Hause ist auch ein guter Refresher der englischen Sprachfertigkeiten. Danach beherrschen Sie die wesentlichen Fachvorkabeln und Redewendungen des Fliegerenglisch.

 

Die Homestudylehrgänge sind so aufgebaut, dass Sie mit einer Mischung von abwechslungsreichen, interaktiven Online-Lehrgängen, Büchern und Audioreviews so auf die schriftliche Prüfung vorbereitet werden, dass Sie diese mit einem guten Ergebnis auf Anhieb bestehen können.  Im Homestudykit ist u.a. auch ein Online-Kommunikationstraining für den Sprechfunk enthalten sowie alle Bücher und Utensilien, die Sie später für die praktische Ausbildung benötigen.

 

Die Prüfung wird direkt in der Flugschule am Computer geschrieben.  Doch dabei bleibt es nicht. Auch nachdem Sie die theoretische Prüfung geschrieben haben, wird Ihr Fluglehrer den Stoff, begleitend zum praktischen Unterricht, weiter mit Ihnen wiederholen und vertiefen. Dabei werden Sie auf das, mit der praktischen Prüfung verbundene, Oral Exam vorbereitet.

 

Für die theoretische Vorbereitung zuhause sollten Sie einen Zeitaufwand von ca. 100 Stunden einplanen, je nach vorhandenen Englischkenntnissen.  

 

Für den amerikanischen PPL gibt es kein deutschsprachiges Lehrmaterial. Dies wäre auch nicht zu empfehlen. Sie bewegen sich bei der Ausbildung im englischsprachigen Umfeld und müssen letztendlich auch die Prüfung auf Englisch meistern. Da wäre Ihnen mit deutschsprachigem Lehrmaterial wenig geholfen. Auch wenn es dem einen oder anderen am Anfang schwerfällt. Da kann man sich durchbeißen und am Ende schaffen es fast alle. Eine Zusammenfassung wesentlicher Zusammenhänge des notwendigen Hintergrundwissens in deutscher Sprache bietet das Buch Fliegen in den USA. Das Buch kann Ihnen dabei helfen, den einen oder anderen Zusammenhang nochmals auf Deutsch nachzulesen.

Hier wird die Theorieprüfung geschrieben.

Formalitäten

Während Sie lernen, beginnen wir gleichzeitig mit den Visaformalitäten. Das M1 Visum darf frühestens drei Monate vor Ausbildungsbeginn beantragt werden. Je später Sie es beantragen, desto mehr gerät man in Zeitdruck, falls irgendetwas schiefgeht. Daher empfehlen wir spätestens zwei Monate vor dem geplanten Aufenthalt mit den Vorbereitungen zu beginnen. 

 

Spätestens eine Woche vor Ausbildungsbeginn müssen Sie sich noch für den TSA-Check, die amerikanische Sicherheitsüberprüfung registrieren.

Die Ausbildung vor Ort

Die PPL-Ausbildung ist ein Vorhaben, dass Sie während Ihres USA-Aufenthaltes voll und ganz beschäftigen wird. Wenn Sie die Ausbildung in vier Wochen oder weniger abschliessen wollen, müssen Sie sich ganztags konzentriert mit der Materie beschäftigen. 

 

Wir richten uns dabei aber ganz nach Ihren Wünschen.

 

Wenn Sie lieber vormittags fliegen und den Nachmittag mit Ihrer Familie am Strand verbringen möchten, ist dies genauso möglich, wie eine ganztägige konzentrierte Ausbildung. In diesem Fall müssen Sie jedoch entweder einen längeren Aufenthalt einplanen oder Ihre Ausbildung auf zwei Aufenthalte verteilen. Dazu gibt es kein zeitliches Limit. Lediglich nach Ablegen der Theorieprüfung muss die praktische Prüfung innerhalb von 24 Monaten folgen, ansonsten ist die Theorieprüfung zu wiederholen.

 

Der Tagesablauf

 

Nach Ihrem Eintreffen wird ein Mitarbeiter der Flugschule Sie zum örtlichen Gerichtsgebäude begleiten. Dort müssen Sie Ihre Fingerabdrücke abgeben, die dann an die TSA übersandt werden. Damit ist die Anmeldung zur Sicherheitsüberprüfung abgeschlossen und das Flugtraining kann beginnen.  Fingerabdrücke können leider nur werktags abgenommen werden. Vor dem Fingerprinting ist lediglich ein einzelner Schnupperflug gestattet.  Dies ist bei der Anreiseplanung zu beachten.

 

Donna, unsere Ausbildungsleiterin und Ihr Fluglehrer werden dann die Ausbildung mit Ihnen durchsprechen.

 

Im Allgemeinen werden Sie pro Tag zwei Trainingseinheiten haben. Eine Trainingseinheit besteht aus ca. 60 Minuten Vorbereitung. Dazu gehören Wetterberatung, Flugplanung, Vorbesprechung und Überprüfung des Flugzeugs. Dann wird ca. eine Stunde geflogen. Nach dem Fliegen folgen etwas Paperwork und eine kurze Nachbesprechung. Eine Stunde Fliegen bedeutet also einen Zeitaufwand von ca. 2,5 Stunden, manchmal auch mehr. D.h. die beiden Trainingseinheiten werden Sie ca. 5 Stunden pro Tag beschäftigen. Darüber hinaus sollten Sie ca. 2 Stunden für theoretische Vor- und Nachbereitungen einplanen. Auch wenn Sie die schriftliche Prüfung gleich am Anfang schon geschrieben haben, müssen Sie den Stoff, parallel zum praktischen Unterricht, vertiefen und sich auf die nächste Flugstunde vorbereiten.

 

Alles in allem wird Sie also ein 8 Stunden Tag erwarten. Sie können die Flugschule zwischen den Trainingseinheiten verlassen oder Sie machen es sich in der Lobby gemütlich, plaudern mit anderen Gästen, checken E-Mails mit dem kostenlosen W-Lan oder lernen in einer gemütlichen Ecke.

Flugschüler in der Lobby beim Smalltalk

Auswahl des Flugzeuges

Die Cessna C 152 ist das klassische Ausbildungsflugzeug für den PPL und die preiswerteste Lösung. Beachten Sie jedoch, dass die Zuladung begrenzt ist. Flugschüler, die mehr als 84 kg wiegen müssen entweder vor der Ausbildung abspecken oder die viersitzige C 172 bzw. PA 28 auswählen.

Die Körpergrösse ist bei der C 152 weniger relevant.

Wie geht es nach dem FAA-PPL weiter
Der Text beschreibt die wesentlichen Merkmale der beiden großen Lizenzsysteme der EASA und FAA und zeigt Ihnen u.a. wie Sie mit dem FAA-PPL am schnellsten an einen EASA-ATPL kommen
EASA-FAA-Ausbildung.pdf
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Reportage über eine PPL-Ausbildung bei uns
Isabella, die Ehefrau des Herausgebers und Chefredakteurs der Zeitschrift Pilot und Flugzeug hat ihre PPL-Ausbildung bei uns absolviert. Lesen Sie die
PuF-Reportage.pdf
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Erfahrungsbericht Fabian Kreft
Fabian Kreft hat Anfang 2015 seinen PPL erworben. Hier sein Erfahrungsbericht.
Bericht_Kreft.pdf
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10. Auflage 2017

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komplett überarbeitet/50 % neu, löst die 9. Auflage von 2012 ab

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