Umschreibung einer US- in eine Europäische Lizenz

Umschreibung PPL, CPL, ATP, IR

Die Umschreibung einer sogenannten Drittstaatenlizenz, wie der US-Lizenz in eine europäische Lizenz ist beim PPL und beim Instrument Rating relativ einfach. Beide Berechtigungen können direkt in eine entsprechende EASA-Berechtigung umgeschrieben werden.

 

Voraussetzung ist beim PPL eine Gesamtflugerfahrung inkl. Ausbildung von 100 Stunden. Danach ist dann über die Luftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes eine kleine Prüfung in den PPL-Fächern Luftrecht und Menschliches Leistungsvermögen zu schreiben und ein Checkflug zu absolvieren. Darüber hinaus sind ein paar formale Dinge zu erledigen, die aber jeder Pilot braucht, auch wenn seine Lizenz in Europa erwirbt. Die ausführlichen Details dazu finden Sie im Ratgeber Fliegen in den USA. 

 

 

Das Instrument Rating kann umgeschrieben werden, wenn Sie nach Erhalt der Berechtigung 50 Stunden mit Instrumentenflugplan geflogen sind. Danach ist ein Checkflug erforderlich, bei dem mündlich ein paar Themen abgefragt werden. Während für den PPL in Deutschland die Luftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes zuständig ist, ist für das Instrument Rating das Luftfahrt Bundesamt in Braunschweig verantwortlich.

 

Die 100 bzw. 50 Stunden sollen im Rahmen einer bilateralen Vereinbarung zwischen EASA und FAA demnächst fallen. Diese ist aber noch nicht unterschrieben. Für die meisten Piloten ist das auch keine Hürde. Nach Erhalt der Lizenz will man eh damit fliegen. Wer über den PPL hinaus höhere Berechtigungen erwerben will, muss nach dem PPL eh erst einmal Stunden sammeln und die bekommt man in den USA für die Hälfte des Geldes. Wer z.B. einen US-PPL mit 100 Stunden Gesamtflugerfahrung hat, kann direkt und ohne Umschreibung des FAA-PPL in die modulare europäische Ausbildung zum CPL/IR (Berufspilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung) bzw. den Frozen ATPL einsteigen und hat damit viel Geld gespart.

 

 

Schwieriger wird es bei den Berufs- und Verkehrspilotenberechtigungen, die gegenseitig nicht ohne weiteres anerkannt werden.

 

Das Buch Fliegen in den USA widmet sich diesem Thema mit seinen diversen Varianten sehr ausführlich und behandelt auch die aktuellen Veränderungen durch die neuen EASA-Lizenzen. Das würde den Rahmen der vorliegenden Online-Übersicht sprengen.

 

Sie finden jedoch nachfolgend einen Text, der die wesentlichen Aspekte zusammenfasst und besachreibt, wie man FAA- und EASA Ausbildung am besten kombiniert.

Wie man am besten die amerikanische und europäische Ausbildung kombiniert
EASA-FAA-Ausbildung.pdf
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Hinweis zum Sprechfunkzeugnis

 

In Deutschland, Österreich und der Schweiz muss neben der Pilotenlizenz ein separates Sprechfunkzeugnis erworben werden. Wer einen US-PPL hat konnte sich die Ausbildung und Prüfung ersparen. Er musste eine mündliche Prüfung in den deutschen Sprechfunkgruppen ablegen und konnte dann im Zuge einer Anerkennung ohne Ausbildung und schriftliche Prüfung das Zeugnis erwerben. 

 

Da es nur wenige EU-Staaten gibt, die ein solches Flugfunkzeugnis kennen, ist in dieses Thema in jüngster Zeit Bewegung gekommen.

 

In den meisten EU-Staaten ist die Sprechfunkausbildung, wie in den USA, in die theoretische und praktische Ausbildung integriert. Die Fertigkeiten werden einfach in der praktischen Prüfung demonstriert. Die EASA hat nun die entsprechenden Staaten angemahnt, die Lizenzen nach einheitlichen Kriterien auszustellen. Ferner hat die EASA bemängelt, dass in Deutschland mit der Bundesnetzagentur eine Behörde prüft, die nichts mit der Luftfahrtverwaltung zu tun hat und damit nicht der Aufsicht der EASA unterliegt. Erste Luftfahrtbehörden haben bereits reagiert und ermöglichen es, den Sprechfunk in die praktische Prüfung zu integrieren. Ein separates Flugfunkzeugnis ist dann keine Pflicht mehr, kann aber weiterhin erworben werden. Diese Erleichterung gilt natürlich auch bei der Umschreibung einer US-Lizenz.

 

Kooperation mit Flugschulen bei der Umschreibung

Beim PPL kooperieren seit vielen Jahren mit der deutschen Flugschule Hans Grade, die am Flugplatz Schönhagen einen Lehrgang zur Umwandlung des US-PPL in einen EASA-PPL anbietet. Mit dem Instrument Rating und höheren Berechtigung ist z.B. die Flugschule Ardex bestens vertraut.

 

In Österreich hilft der Flugbetrieb Watschinger weiter, der entsprechende Erfahrungen hat.

Erteilung einer deutschen Sportpilotenlizenz auf Basis des US-PPL

Am schnellsten und einfachsten kann man an das Steuer eines deutsch registrierten Luftfahrzeuges kommen, wenn man sich auf ein Ultraleichtflugzeug beschränkt.

Der DULV (Deutscher Ultraleicht Verband), für das Ausstellen der Sportpilotenlizenz zuständig, erkennt den US-PPL relativ einfach an.

Hierzu geht man an eine beim DULV registrierte Flugschule und lässt sich in die Fächer Luftrecht, Menschliches Leistungsvermögen und Technik einweisen. Die Überprüfung der Kenntnisse findet durch den Ausbildungsleiter statt. Es gibt also keine externe Prüfung. Anschliessend macht man eine Einweisung in ein aerodynamisch (dreiachs) gesteuertes UL und weist wiederum dem Ausbildungsleiter gegenüber nach, dass man über die Fertigkeiten gemäß Ausbildungshandbuch verfügt. Der Umfang der Einweisung ist nicht vorgeschrieben.

Für die Sportpilotenberechtigung ist ein Medical Klasse II nach dem europäischen Standard erforderlich. Europäisches und amerikanisches Medical werden gegenseitig nicht anerkannt, da die Untersuchung nach unterschiedlichen Richtlinien/ Kriterien erfolgt (siehe hierzu Kapitel Medical im Teil 1).

Die bei der Sportpilotenlizenz zusätzlich erforderliche Passagierflugberechtigung wird aufgrund des eigentlich höherwertigen US-PPL ohne weitere Nachweise mit in die Lizenz eingetragen.

Erteilung des Europäischen EASA-Instrument Ratings auf Basis des US-IR

Die relative einfache Umschreibung eines ICAO IFR, wie z.B. des amerikanischen in ein vollwertiges europäisches Instrument Rating ist eine wichtige Errungenschaft der neuen EU Verordnung 245/2014, die am 13. März 2014 in Kraft getreten und seitdem europaweit Gesetz ist,ohne das es einer entsprechenden nationalen Gesetzgebung bedarf. Das Luftfahrt Bundesamt hat jetzt die entsprechenden Verfahren und Formulare ausgegeben. 

 

Der Umschreibungsprozess vom ICAO-IR in ein EASA-IR beginnt mit dem Antrag auf Abnahme der Praktischen Prüfung auf dem auch das Vorliegen der Voraussetzungen bestätigt wird.

 

Gemäß der EU-Verordnung muss der Inhaber eines ICAO-IR (USA, Kanada, Südafrika etc.) 50 Stunden IFR-Flugzeit nachweisen um sein Rating mittels Checkflug und mündlicher Prüfung mit dem Examiner in ein EASA IR umzuschreiben. Bei den 50 Stunden handelt es sich um Flugzeiten mit Instrumentenflugplan.

 

Das Vorliegen der Voraussetzungen kann entweder durch eine ATO, also eine deutsche IFR-Flugschule oder aber einen deutschen Prüfer bestätigt werden.

 

Bezüglich der Prüferwahl besteht das LBA auf seinem Recht bei Ersterwerb eines IR (und darum handelt es sich rechtlich) den Prüfer zu bestimmen. Allerdings nimmt das LBA für die Bestellung des Prüfers einen Vorschlag des Kandidaten entgegen, der in der Praxis nur selten abgelehnt wird.  

 

Praktisch läuft die Umschreibung dann so:

 

1) Antragsformular für die Prüfung beim LBA herunterladen. Das hat den handlichen Namen: "Antrag auf Abnahme der praktischen Prüfung zum Erwerb der IR(A) gemäß Teil-FCL Anlage 6 Abschn. Aa IR(A)". Es ist als Word oder PDF verfügbar. 

 

2) Ausfüllen und von einer ATO oder einem Prüfer IRE(A) bestätigen lassen. 

 

3) Mit Prüfer-Vorschlag per Fax ans LBA, Referat L3: 0531 2355-4399

  

4) Mit dem zugeteilten (vorgeschlagenen) Prüfer die mündliche und praktische Prüfung ablegen. Auch dafür gibt es ein eigenes Formular.

  

5) Antragsformular auf das IR-Rating samt Kopie des gültigen Tauglichkeitszeugnisses und der Seite 1 des Prüfungsprotokolls an das LBA Referat L4 schicken.

 

Dieser relative einfache Weg war vor dem 13. März 2014 nichjt möglich.

Früher konnte das amerikanische Instrument Rating immer nur zusammen mit einem US-PPL anerkannt, aber nicht in eine europäische Berechtigung umgeschrieben werden. Zur Anerkennung musste man 100 Stunden IFR-Flugerfahrung nach Lizenzerhalt nachweisen und einen Checkflug sowie eine schriftliche Prüfung in vier Fächern absolvieren.

 

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