11.11.2016 Aktueller Erfahrungsbericht IFR-Ausbildung

liebe flieger-kollegen, -kolleginnen, die mich aus der ferne in meiner aviatischen ausbildung verfolgen

 

mit grosser dankbarkeit und - mittlerweile spüre ich auch erleichterung - darf ich euch mitteilen, dass ich heute in den USA das written exam zum IFR piloten bestanden habe. ich war heute morgen zwar nicht ausgesprochen nervös, weil ich über ein jahr intensiv und praktisch in der gesamten freizeit für diese prüfung gelernt habe. die echte prüfung hat mir einfach gezeigt, dass der aufwand notwendig war: ich habe mit einem grade von 86% bestanden bei einem soll von 75%. die prüfung war sehr anspruchsvoll mit dem gesamten IFR spektrum und vielen tricky questions. wobei tricky mehr knifflig heissen soll als die eher hölzerne IR fragerei von JAR (europa), welche es auch darauf auslegt, den angehenden IFR piloten hineinzulegen. die didaktik hier in den USA, mit dem sehr guten online distance learning programm etc. ist hervorragend, wie wir es von den US universitäten gewohnt sind, aber deswegen sind die prüfungen nicht etwa lockerer, das habe ich heute am eigenen leib erfahren. ich war drei stunden in der mühle und erfuhr mein resultat vor 15 minuten. es folgt nun noch das oral exam, da nehmen mich zwei FAA examinors auseinander, die exams dauern scheinbar 3-6 stunden. ich freue mich darauf, weil ich dort echt beweisen kann, was ich kann und nicht nur mit multiple choice systemen. dann folgt noch der check-flug, das wird im vergleich dann „locker".

 

neben der theorie fliege ich aktuell täglich 2-3 stunden mit mindestens 4 APP, holdings und intercepts. am sonntag folgt mein erster long haule flight nach georgia mit drei verschiedenen approaches, C.O.P. auf AWY und 2 unusual attitude tests durch meinen flight instructor. Sie ist eine frau, 28 jährig und ein echtes tough cooky. sie klopft mit ihrem bleistift auf die instrumente, die ich zu wenig beachte, unterbricht mich, wenn ich ATIS höre und verlangt nach jeder clearance ein perfektes readback, wenn meines halt eben nicht ganz perfekt war. sie liebt so „saublöde" fragen im final, wenn ich um glide slope und needle kämpfe, wie „what type is your holding entry if going missed" - ich liebe das ….. aber sie hat ja recht: wenn man alleine IFR fliegt, muss man all diese eventualitäten unglaublich weit vorne präsent haben. es ist spannend und ich komme in der praxis zum glück gut voran.

 

nachdem nun die grosse examenshürde geschafft ist, gehe ich davon aus, dass ich im januar 2018 die IFR prüfung geschafft haben werde.

 

weiteres später einmal, wenn das ganze durch ist.

 

herzlicher gruss

andreas (florida aviation career training, saint augustine FL)

 

 

p.s. ich glaubte eigentlich, fliessend englisch zu können, aber die ATC hier lautet: klrrd rawn 3, iintiin 2000 stzblshshshsd cnt tou 128.7 - klartext „CLR for LOC APP RWY 03, maintain 2000 FT until established, contact TWR on 128.7“ - na ja: man kann auch suaheli lernen, warum nicht amerikanisch …….

 

p.p.s. mein tough cooky sandte mich vorgestern, als ich schon ILS established war und es ihr zu gut lief auf einen high go around und einen back course approach mit circling - mein gott, die macht mich fertig, aber man lernt viel dabei. die ATC ist unglaublich fit hier, solche procedures ohne murren mitzumachen

 

p.p.s. so langsam darf ich auch tricky questions an meine examinors stellen, das macht spass: es weiss nämlich letztlich niemand hier, ob ein LNAV/VNAV APP und/oder ein LDA APP ein precision APP mit DA als MAP oder ein non precision APP mit einem WPT als MAP ist. jeder sagt was anderes (wie in europa auch). never mind, man wird sich mal einigen und wir gehen mit kleineren ACFT genau dann missed, wenn wir nichts sehen, spätestens auf DA oder MAP, whatever later. MAP als point wird mittlerweile beim precision APP auch in frage gestellt, weil es kein point ist, sondern ein kreuzpunkt des GS mit der DA, als besser missed Approach Moment als Missed APP Point, dies im Gegensatz zum non precision APP, wo der point ein echter definierter geografischer point ist (analog übrigens dem FAF) - soviel gaube ich zumindest zu verstehen.

 

 

 

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