Deutsche Piloten brauchen bis auf weiteres ein US-Medical zur Anerkennung (Validierung) ihrer europäischen Lizenz

Hintergrund:

Wer eine US-Validation (Anerkennung) seiner europäischen Lizenz beantragt, muss einen sogenannten Letter of Authentification vorlegen, der zuvor bei der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA in Oklahoma beantragt wird. Die FAA sendet dann per email eine Anfrage an die Luftfahrtbehörde des Lizenzausstellenden Staates (bei deutschen Piloten das LBA) und lässt sich bestätigen, dass Lizenz und Medical tatsächlich existieren und weiterhin gültig sind.

 

Bereits am 26.9.2013 hat das LBA die Bestätigung deutscher Medicals stillschweigend eingestellt und bestätigt gegenüber der FAA nur noch die Pilotenlizenz. Dessen ungeachtet haben deutsche Piloten bis heute ohne Probleme eine Validation erhalten. Den zuständigen Sachbearbeitern und den von der FAA beauftragten Foreign Pilot Examinern wurde offensichtlich nicht mitgeteilt, dass für die Ausstellung der Validierung ausdrücklich auch eine Bestätigung der Medical Daten erforderlich ist.

 

Erst nachdem vereinzelte FAA Regionalbüros begonnen haben, das Ausstellen einer Validation abzulehnen, ist man bei der FAA auf das Problem aufmerksam geworden. Nach dem vorliegenden Schriftverkehr, den wir in den letzten beiden Tagen mit der FAA hatten, steht nun definitiv fest, dass die Validation ohne Medical-Bestätigung künftig nur noch gegen Vorlage eines FAA-Medicals ausgestellt werden darf.

 

Dies gilt auch, wenn z.B. eine neue Berechtigung, also ein Instrument Rating oder ein Multi Engine Rating in eine vorhandene Lizenz eingetragen werden soll.

 

Das FAA-Medical erhalten Sie nach einer Online-Anmeldung unter Medxpress und dem Besuch eines FAA-zugelassenen Fliegerarztes in Deutschland oder in den USA.

 

 

Die AOPA arbeitet derzeit an einer Lösung des Problems mit den deutschen Behörden.

 

Hintergrund ist vermutlich ein 2013 geführter Streit über die Speicherung medizinischer Daten. Damals wollte das LBA beginnen, medizinische Daten aller deutschen Piloten zu speichern. Aufgrund von Datenschutzbedenken gab es dagegen Klagen das Vorhaben musste aufgegeben werden. Offensichtlich kurz darauf wurde die Bestätigung von Medicaldaten gegenüber ausländischen Behörden eingestellt.

 

Übrigens ist das US-Medical nur für das Ausstellen der Validation erforderlich. Um die Validation aufrecht zu erhalten, reicht später nach FAR Part 61.75 auch das EASA-Medical, ohne Bestätigung. 

 

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